Ein Angebot des Sägewerksbesitzers Ferdinand Entacher an die Marktgemeinde Großarl im Herbst 1984, im Schulhof der Hauptschule ein Hackschnitzelheizwerk zu errichten, war der Ausgangspunkt aller späteren Initiativen, Großarl mit Fernwärme, erzeugt aus Biomasse, zu versorgen. Mangels Erfahrungen mit größeren Hackschnitzel-Heizanlagen wurde das diesbezügliche Angebot jedoch nicht realisiert. Heizwerksbesichtigungen in der Steiermark und in Oberösterreich ließen die Begeisterung unter den Gemeindevertretern für diese Idee rasch wachsen. Eine von Prof. Dr. Horst Ottmann aus Grödig und dem Institut für Energiewirtschaft in Wien im Auftrag der Gemeinde erarbeitete Fernwärmestudie bestätigte die Sinnhaftigkeit eines derartigen Projektes.

Mit der Gründung einer privaten Betreiber-Genossenschaft am 24.4.1987 gelang der wirkliche Durchbruch.

Darauf folgend wurde die Standortfrage sowie die wohl wichtigste Voraussetzung für den Bau, die Finanzierungsfrage, geklärt. Mit maßgeblicher Unterstützung der Salzburger Landesregierung und der Salzburger Biotechnik im Besonderen durch die Herrn Hofrat Dipl. Ing. Roland Paulweber und Ing. Andreas Laucher sowie Ing. Hans Schmid, Fa. Elin Salzburg, wurde im Winter 1987/88 mit den Planungsarbeiten begonnen. Gleichzeitig wurden im Ort die Fernwärmeabnehmer erhoben. Die Zustimmung von Seiten der betroffenen Bevölkerung war enorm hoch, sodass die Entscheidung über die Größe (Leistung) des Heizwerkes relativ leicht zu treffen war. Die Bauplatzerklärung fand am 16.6.1988 statt. Die für den 2. August 1988 anberaumte bau- und gewerberechtliche Verhandlung wurde wegen unvorhersehbarer kurioser Gründe vertagt, und schließlich am 13.9.1988 positiv abgeführt.

Nach Erlangung des Baubewilligungsbescheides wurde am 20.9.1988 mit den Grabungsarbeiten für den Leitungsbau und am 26.9.1988 mit den Aushubarbeiten für das Heizwerk begonnen. Durch die enorme Anstrengung aller am Bau beteiligten Firmen, insbesondere deren Arbeiter, war es möglich trotz der vorhin erwähnten 6-wöchigen Verzögerung des Baubginns, am 15. Dezember 1988 den Heizbetrieb aufzunehmen.

In der ersten Ausbaustufe wurden 2 Biomassekessel mit einer Leistung von 1,5 MW bzw. 3,5 MW thermisch installiert. Als Spitzenlast und Reservekessel dient ein Heizöl-Extra-Leicht befeuerter Ölkessel mit einer Leistung von 5,7 MW. Die Verbrennungstemperaturen in den Biomassekesseln betragen um die 1.000°C. Eine automatische Glutbeetregelung und Ventilatoren, die die Verbrennungsluft zuführen, gewährleisten ein optimales Verbrennungsergebnis.

Zur Reinigung der Rauchgase arbeitet pro Kessel ein Fliehkraftabscheider (Multizyklon). Um die Staubemissionen weiter zu senken und den Wirkungsgrad der Gesamtanlage zu erhöhen wurde im Jahr 1996 eine Rauchgaskondensationsanlage inkl. Wärmerückgewinnung installiert.

Das Fernwärmenetz umfasste in der 1. Ausbaustufe 7,8 Trassenkilometer und versorgte 101 Kunden mit Wärme.

Die verwendeten Rohre sind vorisolierte Stahlrohre mit einem Durchmesser von 20 – 200 mm. Die Vorlauftemperatur wird gleitend nach der Außentemperatur gesteuert und beträgt zwischen 85 und 100°C.

Über die Jahre hindurch wurde das Fernwärmenetz ständig erweitert. Die Netzlänge beträgt derzeit 17 km und die Kundenanzahl ist auf 250 angewachsen. In das Heizwerk wurden im Zeitraum 1988 – 2010 ca. € 13 Mio. in Erzeugungs- und Verteilungsanlagen investiert.

In den Jahren 1997 und 1998 wurde das Heizwerk um den sogenannten "Holzhof" erweitert. Dieser umfasst Trockenkammern zur Holztrocknung, eine Klimahalle zur Lagerung des bereits getrockneten Holzes bis zum Verkauf, eine Manipulationshalle zur Stapelung der Holzpakete, Freilufthallen zur Lagerung des Holzvorrates und ein Bürogebäude. Insgesamt wurden für die Errichtung des Holzhofes € 1,2 mio. Investiert.

Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Genossenschaft ist nach Abschluß der Pionierphase die Errichtung einer Ökostromanlage. In den Jahren 2004 – 2005 erfolgte der Bau und die Inbetriebnahme einer Ökostromanlage mit einer Leistung von 3,5 MW therm. und 600 kW elektr. auf Basis ORC.

Bei der Konzeption der Anlage wurde eine technisch, wirtschaftlich und ökologisch optimale Lösung ausgeführt, die eine ganzjährige Versorgung der Wärmeabnehmer mit Fernwärme sicherstellt und zusätzlich durch den Betrieb einer Biomasse-KWK-Anlage Strom erzeugt.

Das Projekt wurde als eine dezentrale Biomasse-Kraft-Wärme-Kopplung auf Basis eines Organic Rankine Cycle-Prozesses (ORC-Prozess) mit einer Nennleistung von 600 kWel konzipiert.

Der produzierte elektrische Strom wird in das örtliche Hochspannungsnetz der Energie AG und die anfallende Abwärme in das Fernwärmenetz eingespeist.

 

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